Sonntag, 10. August 2014

 KW 32

Pressefreiheit ist für uns Normalität - jeder darf schreiben was er möchte und wie er möchte, diese Website ist das beste Beispiel. Dass die Pressefreiheit in Ländern wie Russland oder dem Iran eingeschränkt ist, weiß fast jeder. Die Lage in Israel jedoch ist den meisten unbekannt.

Wort der Woche: Gag-Order
Israel befindet sich seit seiner Gründung im Krieg. Das Militär ist dort ein fester Teil der Gesellschaft und von allen akzeptiert. Fast jeder hat einen mehrjährigen Militärdienst hinter sich, der Radiosender des Militärs gehört zu den beliebtesten im ganzen Land.
In diesem Radiosender werden jährlich Dutzende junge Israelis ausgebildet, mit 21 sind sie dann besser als Journalisten qualifiziert als die meisten ihrer Gleichaltrigen. 
Doch auch andere junge Journalisten fühlen sich als Teil des Militärs, war doch die Zeit im Wehrdienst ein wichtiger Teil ihres Lebens. Nicht zuletzt vereint das Militär auch die Nation, denn es schützt es vor Bedrohungen seit Beginn seiner Existenz. Die Sicherheitslage war immer angespannt, und immer verließ man sich auf die Armee.
Diese besondere Beziehung zwischen Militär und Presse hat natürlich auch Nachteile, denn sie schwächt die Widerstandskraft gegenüber Beeinflussung. In fast jeder größeren Medienanstalt gibt es einen Vertreter der Armee, welcher die Berichterstattung überwacht - offziell, um sensible Informationen, welcher der Hamas helfen könnten, vor einer Veröffentlichung zu bewahren.
Ebenso gibt es die ständig wachsende Behörde der Militärzensur. In den letzten Jahren hat sich die Anzahl der Mitarbeiter verdoppelt. Alle sicherheitsrelevanten Berichte (inkl. solcher über das Nuklearprogramm) werden dieser Behörde vorgelegt. Offiziell ist sie nicht dem Militär unterstellt, jedoch sind viele Mitarbeiter Soldaten.
Das schärfste Mittel ist die Gag-Order - sie verbietet jegliche Berichterstattung über ein Thema, nicht nur für israelische Medien, sondern auch für ausländische Korrespondenten. Meist betrifft solch eine Gag-Order nur die genauen Angaben über Raketentreffer - im Falle der entführten Jugendlichen wurde jedoch ihr Tod lange Zeit verschwiegen, was zum Rachefeldzug israelischer Zivilisten und damit zur Eskalation des Konflikts führte.
Niklas Götz

Was war euer Ärger und Freude der Woche?

Kommentare:

  1. Die ISIS zwingt den Menschen in den „eroberten“ Gebieten des Irak ihre Religion auf. Wer nicht zum Islam ( im Sinne der ISIS) konvertieren will muss fliehen oder wird getötet.
    Diese Denke gab es bei uns im Mittelalter, als die Bürger die Religion des Landesherren haben mussten. Dass es im 21ten Jahrhundert noch derart intolerante Religionen gibt ist traurig.


    Kanzlerin Merkel hat nun zum vierten Mal (bei eine Konzertbesuch) das gleiche schlichte Kleid getragen. Dies ist eine positive Meldung zwischen der vielen Promi-Dekadenz.

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  2. Ärger: In chinesischen Betrieben ist es keine Seltenheit, als Betriebsausflug den Kampf Maos gegen die japanischen Besatzer im 2. Weltkrieg nachzustellen. Diese Nachstellung historischer Ereignissse ist extrem japanfeindlich und ideologisch aufgeladen.
    Ergänzt wird dies durch freizeitparkähnliche Anlagen, die hier als gewaltverherrlichend gelten würden.

    Freude: Die Regierung fordert die Namen aller Geheimdienstler. Dies ist ein ungewohnte harter, aber notwendiger Schritt angesichts der Spionageaffäre.

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  3. Ärger:
    Berlin will sich um die olympischen Spiele 2024 oder 2028 bewerben. Wer soll das bezahlen? Doch wohl nicht wieder der Länderfinanzausgleich.

    Im Südsudan, Somalia und anderen Ländern herrscht große Dürre. Dies geht in den Medien unter. Es sterben dort weit mehr Menschen als im Nahen Osten


    Freude:
    Endlich greift die USA im Irak ein und nutzt ihre militärische Technologie. Danke USA. Wo bleiben die Europäer oder China ? Warum helfen sie nicht mit, die fanatischen Muslime von der ISIS zu stoppen?

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    1. Bis auf die Briten hat auch kein europäisches Land die Region durch einen unnötigen Feldzug destabilisiert und durch die Auflösung der Armee der IS (sic) tausende Kämpfer geliefert. Außerdem ist Saudi-Arabien, der Hauptgeldgeber, auch nicht unser Verbündeter, sondern der der USA.

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  4. Ärger:
    Erdogan will ein präsidiales System in der Türkei. Und er hat auch schon vorgemacht wie das aussehen soll: Das Staatsfernsehen hat in der letzten Woche 553 Minuten über Erdogan berichtet. Aber nur 3 Minuten über seinen Herausforderer.
    Sein Vorbild scheint Putin zu sein.

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  5. Freude

    Software soll Einbrecher schnappen :
    Mit einer bundesweit einmaligen Software will die bayerische Polizei Einbrechern künftig das Handwerk legen. Das Pilotprojekt wird zunächst in München und Nürnberg getestet.

    In den USA wird diese Form der Verbrechensbekämpfung schon erfolgreich eingesetzt.

    http://www.br.de/nachrichten/mittelfranken/inhalt/einbruch-einbrecher-bayern-100.html

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CATOteam 2013
Ceterum censeo...