Sonntag, 17. August 2014


KW 33


Letzte Woche gab der russische Außenminister Sergei Lawrow  bekannt, Russland möchte aufgrund der miserablen Lage der Menschen in der Ostukraine einen Hilfskonvoi dorthin schicken. Generell wäre das natürlich sehr aufmerksam von Lawrow, komisch an der Sache ist nur, das Russland die prorussischen Seperatisten- die größtenteils für die schlimme Situation in der Gegend um Donezk verantwortlich sind- von Russland unterstützt werden.
 

Daher das Wort der Woche : politischer Zynismus


Schickt Putin jetzt also humanitäre Hilfe in die Ukraine, beschießt aber gleichzeitig  weiter die Bürger dort, kann man fast von nichts anderem als von blankem Zynismus reden. Generell ist dieses Phänomen in der Politik leider häufig vertreten. Um nur ein paar andere Beispiele zu nennen: Der NSA-Skandal beim dem das Weiße Haus - bis die Beweislage zu groß wurde - bestritt, das die USA andere Staaten systematisch ausspioniert. Sämtliche gebrochene Wahlversprechen der deutschen Bundesregierung. Die katholische Kirche, (wird hier als politische Institution aufgefasst, weil sie eine große Einflussnahme auf Millionen von Menschen hat) die für  Menschlichkeit und Nächstenliebe predigt und trotzdem Minderheiten wie Homosexuelle nicht respektiert. Der BND, der sich über die amerikanischen Abhörmaßnahmen aufregt und nun selbst „zufällig“ Gespräche amerikanischer Außenminister abhört. Diese Liste würde sich ewig weiterführen lassen. Fakt ist, das sich grade die Menschen und Institutionen, die uns Bürger als Beispiel für vorbildliches Verhalten dienen sollten um den Willen des Volkes angemessen ausführen zu können, oft das Gegenteil tun. Dabei sind Aufrichtigkeit und Ehrlichkeit die wichtigsten Charakterzüge eines Politikers, der sein Amt nach seinem Gewissen ausüben will.  Das Vertrauen in den Sinn nach Engagement im politischen Bereich mag vielen Bürgern verloren gehen, wenn sie die Unehrlichkeit ihrer Staatsführenden sehen. Es bleibt also nur zu hoffen, das auch ebendiese dies bald erkennen werden.

Lea Heinrich 


Was war euer Ärger und Freude der Woche ? 

Kommentare:

  1. Ärger :
    Gestern sind 35 Menschen in einem Container im Hafen von Tilbury in England entdeckt worden. Wahrscheinlich stammen die Flüchtlinge aus Indien. Einer der Eingesperrten starb gestern, die Übrigen sind ausgemerkelt. Schockierend, wenn die letzte Hoffnung auf ein besseres Leben in einer lebensgefährlichen und entwürdigenden Flucht bestehen muss.
    Freude:
    In Indien hat der Premierminister Modi zum Unabhängigkeitstag Vergewaltigungen an Frauen verurteilt. Er appelierte an die indischen Familien indirekt nicht nur die Mädchen vor Vergewaltigungen zu schützen, sondern auch dafür zu sorgen das die jungen Männer einer Familie nicht zu Tätern werden.
    Das ist ein erster Schritt gegen die Bekämpfung von Vergewaltigung in Indien, kein indischer Politiker vor Modi hatte diese jemals so stark kritisiert.

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  2. Die Frage ist, für welchen Zweck diese moralische Disintegrität durchgeführt wird - dies bestimmt die Schwere der Schuld. Wird es im Sinne der Staatsräson, also dem Besten der Bürger durchgeführt (geht in Richtung Machiavelli), oder aus egoistischen Motiven.
    Politischer Zynismus aus Egoismus ist in meinem Sinne deutlich schwerwiegender als das Verfolgen der Staatsräson - diese ist oftmals nur schwierig mit Moral zu vereinbaren (siehe Kurden und Waffen).

    Ärger: Auch in Hongkong gab es an diesem Wochenende eine "Occupy"-Bewegung, allerdings mit dem primären Ziel, für freie Wahlen und Demokratie einzutreten. Die Pekinger Führung hat ihre eigene Lösung entwickelt: Gegendemonstranten bezahlen und Arbeitgeber dazu bringen, ihre Arbeitnehmer auch in den kommunistischen Farben durch die Straßen zu schickem.
    China zeigt sich mal wieder unfrei wie eine Sowjetdiktatur und kapitalistisch wie die USA.

    Freude: Eine Studie zeigt, dass Parteien deutlich mehr Neueintritte seit der Bundestagswahl haben - vor allem Neumitglieder unter 30 seien dabei.

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  3. Peter Scholl-Latour ist gestorben. Er konnte die politische Welt erklären

    Fast 100.000 Mal ist im letzten Jahr an einer Tankstelle für den Sprit nicht bezahlt worden. Was sind das für Leute? Kaufen sich ein Auto können sich aber den Sprit nicht leisten.
    Gleichzeitig wurden im letzten Jahr 236.000 Handy gestohlen. Ich hoffe es waren meist iPhone von Apple. Die sind sowieso völlig überteuert.

    Es gibt in Deutschland 2,6 Mio. Studenten. Aber nur 670.000 erhalten Bafög. Diese Zahl zeigt, dass die Berechnungsgrenzen für das elterliche Einkommen angehoben werden müssen.

    In diesem Jahr sind in Südafrika bereits 558 Nashörner gewildert worden. Nur wegen ihres Horn. Die chinesische Regierung und andere asiatische Länder sollten Viagra kostenlos verteilen. Das würde das Wildern stoppen.

    In Deutschland leben mehr als 300.000 EU-Ausländer und beziehen HartzIV. Warum beziehen diese Menschen nicht Sozialleistungen in ihrer Heimat. Zu 2013 gab es einen Anstieg um 21 %. Da unsere Arbeitslosigkeit nicht gestiegen sondern gefallen ist und damit diese Ausländer nicht plötzlich arbeitslos wurden handelt es sich eindeutig um Zuzüge in unsere Sozialsysteme. Dies verstehe ich nicht unter Europa. Die Leute sollten Sozialhilfe in ihrer Heimat beantragen.

    Und der größte Ärger: Der Club ist nur noch ein Trauerspiel.


    Freude:

    Feiertag Maria Himmelfahrt: Danke liebe Katholiken

    Maryam Mirzakhani ( 37) hat als erste Frau den sog. Mathematik-Nobelpreis bekommen. Offiziell heißt der Preis Fields–Medaille.

    Was in einem Land produziert und erwirtschaftet wird nennt man Bruttoinlandsprodukt( BIP) . Darin werden alle produzierten Dienstleistungen und Güter eingerechnet. Das BIP wurde vom Bundesamt für Statistik neu berechnet. Ergebnis: Wir Deutschen erwirtschaften 2,5% mehr als bisher angenommen. In Europa sind es im Durchschnitt 4 %.
    Hintergrund: nun werden auch Leistungen und Güter der Armeen, Forschung und Entwicklung sowie Drogenhandel, Prostitution und Schmuggel sowie Schwarzarbeit mit eingerechnet. Letztgenannte sollen angeblich nur gering zum Anstieg beigetragen haben.

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