Sonntag, 5. Oktober 2014


KW 40 
Die Bundeswehr: Seit jeher ein Thema bei dem die öffentliche Meinung komplett auseinander geht: Pazifisten streiten mit konservativen, tendenziell eher Kriegsbefürwortenden inwiefern Deutschland sich an militärischen Operationen in sogenannten „Krisengebieten“ beteiligen soll. Aktuell wird die Diskussion aufgrund der unmittelbaren Bedrohung im Irak, Syrien und wahrscheinlich bald auch der Türkei durch die IS wieder sehr heftig geführt.
 

Daher dreht sich diesmal das Wort der Woche um Die Rolle der Bundeswehr in Krisengebieten

Es gibt verschiedene Möglichkeiten zu handeln: Die erste ist, sich komplett aus Kriegen und Konflikten herauszuhalten, diese Idee wird beispielsweise immer noch von Vielen der Linken vertreten. Eine andere Vorgehensweise wäre nur humanitäre Hilfe zu leisten. Eine dritte Waffen zu liefern und als Steigerung davon die vierte direkt militärisch ins Geschehen einzugreifen.


Was hier richtiges und falsches Handeln ist, muss jeder für sich selbst entscheiden,  im Fall des IS hat die Bundesregierung, und somit wohl oder übel stellvertretend für die Deutschen Bundesbürger, beschlossen Waffen in den Irak zu deportieren. Außerdem lässt Deutschland kurdische Kämpfer in Unterfranken ausbilden. Ob es in diesem Fall noch eine Steigerung durchTruppensendungen in den Irak  geben wird ist ungewiss.


Denn die Entscheidung ist sehr schwierig: Darf man deutsche Soldaten gefährden um Terrain zu sichern, das weit entfernt liegt und in keiner direkten Beziehung zu Deutschland steht? Außerdem ist der letzte Einmarsch einer Großmacht in das Land und seine Folgen noch nicht vergessen. Andererseits: Darf man zusehen wie eine radikal islamistische Gruppierung gnadenlos Andersgläubige niedermetzelt?


Ale einfacher Bürger hat man auf Entscheidungen wie diese kaum Einfluss, was Deutschland letztendlich machen wird, wird unter den führenden Politikern ausgemacht. Genau deswegen ist es auch so wichtig damit auseinanderzusetzen was man selbst über Waffenpolitik denkt. Die im Moment einzige Möglichkeit konkret etwas zu verändern, nicht nur im Bereich der Verteidigung, ist aufgeklärt wählen zu gehen.

 Lea Heinrich

Was war euer Ärger und Freude der Woche ?

Kommentare:

  1. Ärger:
    Gregor Gysi und einige andere linke Politiker sind tatsächlich der Meinung die DDR war kein Unrechtsstaat. Was im Umkehrschluss suggeriert, die DDR sei ein Rechtsstaat gewesen. Gysi sollte endlich mal die Stasi-Folterkeller in Hohenschönhausen besuchen.

    Die Gewerkschaft GDL will wieder streiken. Und leiden werden wieder die Bahnfahrer

    Es gibt in Deutschland 38 Mio. Haustiere, aber nur 13 Mio. Kinder.

    Freude:
    der Tag der Deutschen Einheit und die Berichterstattung über die Wende vor 25 Jahren in den öffentlich rechtlichen Sendern. Manchmal lohnt sich die GEZ.

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  2. zum Wort der Woche:

    Warum wir uns gegen die IS engagieren hat 2 Gründe:
    1) einen humanitären
    2) einen ökonomischen

    Zu 1: selten gab es in den vergangenen Jahren eine Terrororganisation oder Kriegspartei welche so brutal und menschenverachtend ihre Ziele durchgesetzt hat. Spontan fällt mir der Genozid in Ruanda ein und das Massaker von Srebreniza in Bosnien. Es gib Kriege welche eine Stufe der Menschenverachtung erreichen bei denen zivilisierte Völker nicht mehr wegschauen können. Mag sein, dass Putin und China wegschauen, aber in beiden Staaten gibt es eine Definition von Humanität welche sich von der unseren unterscheidet. Daher engagieren sich westliche Staaten.

    Zu 2: hier verlassen wir die Moral und bewegen uns Richtung Machiavelli. Was ist gut für uns und schlecht für die anderen. Fakt ist doch: in der arabischen Region liegt die materielle Zukunft unserer westlichen Industrienationen. Dort wird Öl und Gas gefördert ohne welches wir nicht prosperieren können. Die ISIS hat wesentliche Teile des Irak erobert. Ihre Kämpfer stehen nicht weit von Bagdad entfernt. Damit sind sie nicht mehr weit von den Ölfeldern im Südirak und nicht weit von Kuwait entfernt. Kuwait hat als Nachbarn Saudi Arabien und dieses wiederum Katar und die Arabischen Emirate. Genau in dieser Region liegen die wesentliche arabischen Ölreserven.
    Ein Krieg direkt am persischen Golf oder der Zugriff der ISIS auf die dortigen Ölreserven würde den Ölpreis explodieren lassen. Die ISIS könnte den Westen mit Öllieferungen erpressen. Wir in Europa hätten damit die Wahl: Öl von ISIS oder Öl von Putin. In jedem Fall würde aber unsere Konjunktur einbrechen, die Arbeitslosigkeit explodieren und wird hätten eine große ökonomische Krise.

    Fazit: unser Interesse in diesem Krieg ist die Schwächung der ISIS und damit die Stabilisierung und der Erhalt der dortigen Regierungen. Was in der Konsequenz sichere Öl- und Gaslieferungen bedeutet und damit unseren wirtschaftlichen Wohlstand sichert.

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    1. "Fakt ist doch", schreibt Dominik, "in der arabischen Region liegt die materielle Zukunft unserer westlichen Industrienationen."
      Fakt ist, dass die fossilen Ressourcen (Öl, Gas, Kohle) in absehbarer Zeit auch "in der arabischen Region" versiegen. Fakt ist erfreulicher Weise aber auch, dass wir eine intelligentere Wahl haben als "Öl von ISIS oder Öl" - recte: Gas - "von Putin", nämlich die solare Revolution. Auf jedes Hausdach, jede Hauswand, jeden Balkon, jedes Stück Garten, jede landwirtschaftlich ungenutzte Fläche - der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt - können Solarmodule installiert werden. Die Folge wird sein: Unabhängigkeit von den Staaten, die uns, wie Dominik befürchtet, "mit Öllieferungen erpressen" könnten.
      Gegen diese solare Revolution wehren sich zur Zeit noch Elektro- und Atomkonzerne im Verein mit der Politikerlobby, bewirkt sie doch zugleich die Rückkehr zur dezentralen, autarken Energieversorgung.
      Die Jugend aber ist aufgerufen, sich gegen die verantwortungslose Gewinnmaximierung der Mächtigen zu wehren und humane, innen- und außenpolitische, gewaltfreie Konfliktlösungen in die Tat umzusetzen. Eine zukunftsweisende Tat ist die radikale, intensive und extensive Nutzung der unerschöpflichen Sonnenenergie.

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  3. Freude: Tibor Navracsics, der eigentlich als Kommissar für Bildung, Kultur und Bürgerschaft geplant war, wurde vom Kulturausschuss des EU-Parlaments aufgrund seiner Verstrickungen in die fragwürdige Politik Victor Orbans abgelehnt. Ein eindeutiges Zeichen für das Streben nach Integritäten für die neue Kommission seitens des Parlaments.

    Ärger: Ebola-Infektionen in der westlichen Welt erhalten relativ zur Katastrophe in Westafrika zu viel Aufmerksamkeit. Es gibt keine Vergleichbarkeit zwischen hunderten Toten und einigen wenigen Infzierten.

    Zum Wort der Woche: Wa die richtige Außenpolitik wäre, lässt sich kaum entscheiden - jede aktive oder passive militärische Unterstützung widerspricht dem Streben nach Frieden und Gewaltlosigkeit in der deutschen Politik. Andererseits kann man den Schrecken im Irak nicht ignorieren. Eine richtige Lösung gibt es wohl kaum aus dieser intrinsischen Perspektive.

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