Sonntag, 12. April 2015

KW 15

Die USA haben viele Feinde, immerhin war einmal der halbe Welt ihr Erzfeind. Und auch wenn dieser Gegner besiegt wurde, blieb noch mancher Feind übrig, für mehr als ein halbes Jahrhundert - beginnt jetzt die Aussöhnung?

Wort der Woche: Cuba libre
Der kalte Krieg ist seit 25 Jahren vorbei. Seitdem haben sich viele ehemalige Länder des Warschauer Pakts dem Westen angeschlossen, sind teilweise sogar NATO-Staaten geworden und mit den USA verbündet. Doch die Eingliederung in die westliche Staatengemeinschaft hat nicht immer geklappt. Manche ehemalige Verbündete der Sowjetunion werden von den USA immer noch als Feinde betrachtet - darunter auch Kuba.

Kuba war für die USA ein besonderer Feind, denn kein anderer war so nahe an den eigenen Gebieten und damit im Kalten Krieg eine besondere Bedrohung. Gleichzeitig diente es auch als Brückenkopf für den Kommunismus in Nordamerika. Kuba hatte auch allen Grund, die Antipathie zu erwidern, immerhin waren die USA ein Feind der Revolution. Doch mit dem Ende der Sowjetunion bestand kein wirklicher Grund mehr für Feindschaft - vom Kommunismus und Atomwaffen ging keine Bedrohung mehr aus, die USA hätten sich Kuba annähern und aussöhnen können - auf diese Weise hätte man auch die demokratische Entwicklung Kubas fördern können.

Stattdessen ging die politische Eiszeit aber weiter. In den USA sah man in Kuba immer noch den Feind, der bis zum Schluss mit der Sowjetunion kooperierte. Man wartete darauf, dass die immer schlechter werdende wirtschaftliche Lage einen Machtwechsel erzeugt. Seit der Verstaatlichung amerikanischer Firmen im Zuge der sozialistischen Revolution gibt es ein Handelsembargo gegen Kuba, ohne den Handelspartner Sowjetunion brach deshalb die kubanische Wirtschaft zusammen. In den letzten Jahren flüchteten immer mehr Menschen aus Kuba, zum Teil auch, weil Bürgerrechte immer mehr eingeschränkt werden - ein Kampf um Machterhalt.

Nun scheint sich etwas geändert zu haben. Seit dem letzten Jahr beginnt Barack Obama, eine Annäherung anzukündigen. Möglicherweise hat man eigensehen, dass dies der beste Weg ist, um die Demokratie in Kuba zu fördern, oder man möchte den kubanischen Flüchtlingsstrom (mittlerweile über 30.000 Menschen) stoppen. Vielleicht erhofft man sich auch einen neuen Absatzmarkt. Jedenfalls wird es nciht einfach werden, allein schon aufgrund Obamas politischer Position. Das Embargo wurde vom Kongress beschlossen und kann nur vom Kongress aufgehoben werden. Der ist aber in republikanischer Hand - die Republikaner sind aber im Kalten Krieg stehen geblieben.
Niklas Götz

Was war euer Ärger und Freude der Woche?

Kommentare:

  1. Cato - ein Verwirrspiel! KW 15 Cuba libre - 4/15 Das Glasperlenspiel - KW 14 Spiel, Spaß, Prostitution - KW 13 Slaverei - 3/15 Überwachung ... Ein Thema jagt das andere, keine Diskussionsmöglichkeit, keine Vertiefung, fast keine Kommentare - schade! Vielleicht auf ein Monatsthema beschränken? Oder ein Zwei-Wochen-Thema?

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    1. Nunja, die Themen mit "KW XY" sind ja das Wort der Woche - kurze politische Kommentare zu aktuellen Themen, während das Monatsthema Aufruf zu Texten zu einem zeitlosen Thema ist. Die Diskussionmöglichkeit besteht hier in den Kommentaren, und ich finde es mindestens genauso schade, dass dies so selten genutzt wird. Die Möglichkeit zur Vertiefung besteht auch, nur wenn keine Texte eingesendet werden findet diese auch nicht statt.
      Auf das Monatsthema alleine beschränken wäre eine Möglichkeit, damit würden dann vielleicht mehr Texte zu diesem Thema geschrieben werden, seitens des Organisatorenteams. Aber das ist nicht Sinn der Sache, es sollen verschiedene Stimmen zu Wort kommen. Das Monatsthema ist eine Einladung, Texte einzureichen - selber viele Texte dazu zu schreiben würde das Potential des Themas bereits ausschöpfen. Das Wort der Woche bzw. Ärger und Freude der Woche sind eine Einladung zu Kommentaren.
      Was CATO fehlt sind Leser und v.a. Schreiber. Aber dazu braucht es Aufmerksamkeit, und diese zu erreichen ist alles andere als einfach, erst recht, wenn man nur knappe Ressourcen in der Freizeit hat.

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  2. Freude:

    endlich wird es Frühling und nicht nur beim Wetter. Auch in der Politik. Die Eiszeit zwischen dem Westen und dem Iran scheint auch langsam zu enden. Das Atomabkommen ist ein erster Schritt zu normalen Beziehungen. Und auch das Verhältnis des Westen zu Kuba wird besser.

    Im Frühling sinken die Arbeitslosenzahlen. Und auch in diesem Jahr gibt es wieder weniger Arbeitslose.

    Ärger:

    die Zahl de r Wohnungseinbrüche ist Deutschland steigt weiter. Alleine in Bayern ist die Anzahl der Einbrüche im letzten Jahr um 29 % gestiegen.

    Malta erlaubt weiterhin die Jagd auf Zugvögel. In einem Referendum habend ie Bürger Maltas darüber abgestimmt.

    Wohngebäudeversicherungen sollen teurer werden wenn Asylanten in den Häusern wohnen.


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  3. Ich erwarte dass auch die Republikaner früher oder später einsehen, dass Kuba keine Gefahr mehr für die USA ist. Nicht kurzfristig, denn sie benötigen ein Feindbild für die anstehenden Wahlen. Allerdings danach bietet sich die Option auf den Kurs von Obama einzuschwenken.

    Wo ist denn auch die Gefahr für die USA ?

    a) Militärisch. Solange keine Atomraketen auf Kuba stationiert sind ist Kuba keine Gefahr für die USA. Konventionell ist die Armee Kubas ein Nichts.
    b) Politisch: vor 50 Jahren war der Kommunismus auch in den Köpfen der Amerikaner eine Alternative. Heute weiß jeder, dass er keine politische Option zur Demokratie ist. Selbst die Kubaner wollen Demokratie und damit einhergehende wirtschaftlichen Wohlstand.

    Kuba sollte oder wollte helfen, denn Kommunismus in Amerika – hier v. a. D. in Südamerika zu verbreiten. Dies ist gescheitert.

    Kubas Zukunft kann nur an der Seite der USA sein. Es kann durch die Aussöhnung mehr gewinnen als die USA. Dort gewinnt primär Obama, weil er in die Geschichtsbücher eingeht als der Präsident der Frieden mit Kuba gemacht hat.

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  4. Ich erwarte dass auch die Republikaner früher oder später einsehen, dass Kuba keine Gefahr mehr für die USA ist. Nicht kurzfristig, denn sie benötigen ein Feindbild für die anstehenden Wahlen. Allerdings danach bietet sich die Option auf den Kurs von Obama einzuschwenken.

    Wo ist denn auch die Gefahr für die USA ?

    a) Militärisch. Solange keine Atomraketen auf Kuba stationiert sind ist Kuba keine Gefahr für die USA. Konventionell ist die Armee Kubas ein Nichts.
    b) Politisch: vor 50 Jahren war der Kommunismus auch in den Köpfen der Amerikaner eine Alternative. Heute weiß jeder, dass er keine politische Option zur Demokratie ist. Selbst die Kubaner wollen Demokratie und damit einhergehende wirtschaftlichen Wohlstand.

    Kuba sollte oder wollte helfen, denn Kommunismus in Amerika – hier v. a. D. in Südamerika zu verbreiten. Dies ist gescheitert.

    Kubas Zukunft kann nur an der Seite der USA sein. Es kann durch die Aussöhnung mehr gewinnen als die USA. Dort gewinnt primär Obama, weil er in die Geschichtsbücher eingeht als der Präsident der Frieden mit Kuba gemacht hat.

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