Sonntag, 28. Dezember 2014

KW 51
Traditionell ist das letzte Wort der Woche auch das Wort des Jahres. 2014 steht ganz klar im Zeichen eines Begriffes, den wir bereits vor einem Vierteljahrhundert hinter uns gelassen haben wollten. Doch auch wenn sich Zeiten ändern, bleiben die Menschen gleich - und damit auch ihre Ängste.

Wort des Jahres: Kalter Krieg

Bei "Kalter Krieg" denkt man natürlich sofort an Russland, das im Ukrainekonflikt die Auseinandersetzung mit dem Westen wagte und eine neue politische Eiszeit einleutete. Während militärisch gesehen die Aufheizung immer noch anhält und mit Muskelspielen einer Entschärfung konsequent entgegengewirkt wird, ist wirtschaftlich die Situation längst eskaliert. Neue und umstrittene Technologien wie Fracking und diplomatische Beziehungen gaben dem Westen allerdings die Möglichkeit, mit billigem Öl den Verbrauchern einzuheizen und somit Russland die Geldquelle zu nehmen - wodurch es allerdings noch mehr in die Ecke getrieben wird. Ausgang ungewiss.
Ganz kalt ist der Krieg der Deutschen Bahn gegen die Gewerkschaften nicht mehr, vielmehr ist er im vollen Gange und für beide Seiten verlustreich. Anstatt sich an einen Tisch zu setzen und zu verhandeln wollen beide Seiten alles rausholen und beharren auf ihren Positionen, zum Leidtragen Dritter.
Die Situation erinnert entfernt an die Lage im Nahen Osten, wo dieses Jahr wieder eine Eskalation stattfand und aus dem nun schon rund 60 Jahre andauernden Kalten Krieg erneut ein heißer wurde, ebenfalls zu Lasten der größtenteils unschuldigen pälestinensischen Bevölkerung. Genauso wie im Irak entbrannten dieses Jahr Kriege an vielen Orten der Welt, und man fragt sich, warum in den Medien immer wieder der Kalte Krieg mit Russland beschworen wurde, obwohl in so vielen Ländern echter Krieg tobt.
Und nicht nur das tobt, auch Ebola tobt in Afrika und Kim Jong-Un in Nordkorea.
Doch bevor man diese zu genüge angesprochenen, aber selten gehörten Geschichten dieses Jahres wieder aufwärmt, wenden wir uns wieder dem Kalten Krieg zu und suchen nach etwas Erfreulichem in diesem Jahr. 

Denkt man an kalt, so fällt einem sicherlich Rosetta und Philae in der Kälte des Tiefenraums ein, welche auf ihrer abenteuerlichen Reise zum Komet unseren Horizont erweitert haben und jetzt gegen Kälte und Energiemangel ankämpfen. Vielleicht denkt man auch an den eher kalten Wahlkampf zur Europawahl, und der kühlen Distanziertheit der Bevölkerung zur EU, oder auch den Kalten Krieg zwischen NGOs und Kommission um TTIP.
Wenn man auf das Jahr zurückblick, so ist diese Welt kühler und kriegerischer geworden. Die Fortschritte und Rückschritte wiegen sich auf. Es liegt an und, das kommende Jahr besser zu begehen.
Niklas Götz

Zum letzten Mal in diesem Jahr: Was war euer Ärger und Freude der Woche/des Jahres?

CATO wünscht ein Frohes Neues Jahr!

Kommentare:

  1. Freude der Woche: Nach der Zerstörung zahlreicher Kulturstätten und der Vertreibung der Hälfte (!) der syrischen Bevölkerung hat sich die Regierung um Assad endlich auch unter Beteiligung Russlands zu Gesprächen in Moskau mit der Opposition bereit erklärt. Diese ist zwar skeptisch, aber es ist immerhin ein Hoffungsschimmer.

    Ärger der Woche: Nach 13 Jahren endet der ISAF-Einsatz. Er konnte zwar das Terrorregime der Taliban beenden, Frieden hat er aber nicht gebracht. Die zivilen Opfer sind parallel zum Abzug enorm gestiegen, Afghanistan ist immer noch ein gefährliches, instabiles Land. Die internationalen Streitkräfte können vllt Krieg führen, Frieden schaffen aber nicht.
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    Freude des Jahres: Eindeutig die Freiheits-, Bürgerrechts und Demokratiebewegungen in diesem Jahr, wie in der Türkei auf dem Gezi-Platz oder v.a. in Hongkong. Es ist ein beruhigendes und optimistisch stimmendes Zeichen dafür, dass es noch Hoffnung und Mut in der Welt gibt.

    Ärger des Jahres: Das schnelle und mit militärischen (und leider auch erst recht pazifistischen) Mitteln kaum aufhaltbare Fortschreiten des IS und seiner unbeschreiblichen Gräultaten ist zusammen mit einigen anderen Regionen der Welt ein Mahnmal für das ständige und dauerhafte Versagen der Völkergemeinschaft, Menschenrechte konsequent durchzusetzen.

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  2. Ärger des Jahres: Teile des Islam

    Teile des Islam entwickeln sich radikal und intolerant. Man glaubte noch vor einem Jahr, dass die Terroranschläge der Taliban oder die verstockte Auslegung des Islam durch Saudi Arabien das schlimmste sind. Boko Haram und IS zeigen dass es noch schlimmer geht. Was Europa im Mittelalter mit der Ketzerverfolgung und der Inquisition erlebt hat wiederholt sich im 21ten Jahrhundert im Nahen Osten.

    http://www.focus.de/wissen/mensch/religion/islam/titel-ein-glaube-zum-fuerchten_id_4242325.html

    Freude des Jahres

    Die wirtschaftlichen Krisen in Europa sind einigermaßen überwunden. Die EU hat die Schuldenkrise halbwegs im Griff und die Volkswirtschaften in Südeuropa beginnen sich zu erholen. Das Wachstum in Griechenland und Spanien kommt zurück und die Arbeitslosigkeit sinkt. Hoffentlich bleibt das so.

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  3. Ärger der Woche:

    Was sind das für Menschen, die in Arztpraxen, Sportheime oder Kindergärten einbrechen? Es vergeht kein Wochenanfang an dem man nicht in den Medien lesen kann, dass es Einbrüche gab. Und das sogar an Weihnachten !

    http://www.mainpost.de/regional/wuerzburg/Etliche-Einbrueche-in-Kindergaerten;art736,8501284


    Freude der Woche : Schnee und Winter

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