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Mittwoch, 18. September 2013

Daniel Vedder
Monatsthema 8/13
Freiheit und Sicherheit sind seit Anbeginn der Demokratie zwei Begriffe, die gegeneinander ausgespielt werden. Wie weit darf die Freiheit gehen, um die Sicherheit nicht zu gefährden? Oder anders herum, wie viel Sicherheit kann man schaffen, ohne die Freiheit des Individuums zu gefährden?

Samstag, 7. September 2013

Niklas Götz

Genauso gewagt wie faszinierend: Eine Gesellschaft - insbesondere der Staat als Zentralorgan - die den Widerstreit zwischen den beiden menschlichen Urnaturen, dem Egoismus und den Altruismus beenden soll. Warum? Weil dieser Konflikt schon imer eines der zentralen Probleme der Menschheit war. Nur die Gesellschaft, in der der Ursprung liegt, kann ihn lösen.

Samstag, 10. August 2013

Dorothee Bär, MdB
Gastbeitrag

Das Thema des Monats auf CATO ist klug gewählt, zumindest für mich als Familienpolitikerin. Denn ein großer Teil der Familiendebatten dreht sich immer wieder darum, ob die Familienpolitik sich dem Individuum widmen soll – aus meiner Sicht der individuellen Familie mit ihren eigenen Bedürfnissen und Wünschen - oder der Gesamtgesellschaft, innerhalb derer die Familien sich bewegen.
Das ist eine legitime Frage, denn beide Seiten – Individuum bzw. individuelle Familie und die Gesellschaft – haben Ansprüche, die sich manchmal widersprechen. Eine Familie handelt nicht immer ökonomisch optimal. Wenn ein Elternteil beruflich zurücksteckt, um mehr Zeit für die Kinder zu haben, ist das nicht ökonomisch optimal im Sinne der Arbeitsteilung. Frei nach Ricardo (der das allerdings auf Länder bezogen hat) sollten die Eltern beruflich das tun, was sie am besten können und die Kindererziehung denjenigen überlassen, die sich eben darauf spezialisiert haben.
Aber werden wir so dem Individuum – der Familie, dem Kind, der Mutter, dem Vater – gerecht? Und ebenso wichtig: Nutzt das auf lange Sicht wirklich der Gesellschaft? Ist alles Handeln ökonomisierbar? Die Ökonomie befasst sich mit der Verteilung knapper Güter zur Schaffung größtmöglichen Nutzens, im oben genannten Fall der Zeit und der Arbeitskraft der Eltern. Und der Nutzen für ein Individuum – wenn sich Eltern zum Beispiel Zeit für ihre Kinder nehmen – kann unmittelbar in Konkurrenz stehen zum Nutzen für die Gesellschaft – zum Beispiel ein geringeres Bruttoinlandsprodukt, weil die Eltern weniger arbeiten, weniger verdienen, weniger konsumieren.
Was die Frage nach dem Schützenswerten angeht, glaube ich nicht an den Gegensatz, der durch die Worte „Individuum versus Gesellschaft“ suggeriert wird. Vieles, was dem Individuum nützt, nützt auch der Gesellschaft. Kinder, die Zeit hatten, um Bindungen mit ihren Eltern aufzubauen, sind emotional gefestigter und resilienter. Damit verliert die Gesellschaft heute etwas vom Bruttoinlandsprodukt, dafür gewinnt sie in der Zukunft wertvolle Bürger.
Darum lautet meine Antwort auf die Frage von CATO: Beide sind schützenswert, Gesellschaft wie Individuum. Aber beide müssen auch voreinander geschützt werden. Das Individuum muss vor einer Gesellschaft geschützt werden, die nur den gegenwärtigen Nutzen kennt. Die Gesellschaft muss vor Individuen geschützt werden, die der Gesellschaft zu viel abverlangen. Ein guter Mittelweg findet sich im Artikel 2 des Grundgesetzes: „Jeder hat das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit, soweit er nicht die Rechte anderer verletzt...“ 
Die Individuen – Familien, Eltern, Kinder – sollen ihren Weg gehen, so lang sie nicht die Rechte der Gesellschaft verletzen. Ein geringerer Beitrag zum Nationaleinkommen ist aber keine Rechtsverletzung. Und die Gesellschaft muss sich weiterentwickeln, um neuen Herausforderungen zu begegnen – dabei darf sie aber nicht die Entfaltung der Persönlichkeiten in Familien durch ein Ökonomisierungsdiktat verhindern. So können sowohl Individuen als auch die Gesellschaft profitieren.

Monatsthema August

Wer zur Quelle will, muss gegen den Strom schwimmen.“ Wie sich in diesem Zitat von Hermann Hesse zeigt, gilt die freie und unabhängige Entfaltung des Individuums in westlichen Ländern, insbesondere den Vereinigten Staaten, als bestrebenswertes Ideal. In kollektivistisch geprägten Ländern, wie etwa China, orientiert man gemäß dem Sprichwort „Der Nagel, der heraussteht, wird in das Brett geschlagen“ vor allem am Wohl der Gruppe.
Historisch gesehen äußert sich das Wertesystem auch im politischen, ideologischen und wirschaftlichen System eines Landes. So ist etwa im Kommunismus der Staat quasi-allmächtig, um das Wohl des gesamten Volkes am Besten gewährleisten zu können. Im Kapitalismus hingegen herrscht das Prinzip der minimalen Einmischung in die Freiheiten des Individuums. Beide Herangehensweisen haben Vor- und Nachteile. Die Frage ist, welches in unserer deutschen Gesellschaft vorteilhafter ist, wobei natürlich auch Mischformen möglich sind, die ja auch schon umgesetzt werden. Was denkt ihr dazu? Wir wollen dieses Thema zu unserem ersten Monatsthema machen, deshalb laden wir euch alle ein, uns eure Gedanken dazu in einem Artikel zu schreiben.
Als Tipp: Letztendlich können diese Wertesysteme sehr verschieden analysiert werden. Mögliche Ansätze für einen Text sind beispielsweise eine geschichtliche, soziologische, ethnologische, rechtliche, politische oder psychologische Betrachtung der Thematik. Probiert es einfach mal! Schreibt einen Artikel und schickt ihn uns!

CATOteam 2013
Ceterum censeo...